Der Oberste Gerichtshof könnte dem Handelskrieg von Präsident Donald Trump bald einen Schlag versetzen und den amerikanischen Haushalten möglicherweise einen erheblichen finanziellen Aufschwung verschaffen. Allerdings könnte der Präsident Wege finden, die Zölle wieder einzuführen, wenn auch weniger effizient.
Bei den jüngsten mündlichen Verhandlungen vor Staaten und Unternehmen, in denen die Rechtmäßigkeit der meisten Zölle Trumps in Frage gestellt wurde, zeigte sich eine Mehrheit der Richter wohlwollend. Es geht um die Frage, ob Trump sich auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) – ein Gesetz für schnelles Handeln in Notfällen – berufen kann, um weitreichende Zölle allein aufgrund des Handelsdefizits der USA zu rechtfertigen. Die meisten Ökonomen und Rechtswissenschaftler bestreiten diese Begründung. Sie argumentieren, dass die IEEPA solche weitreichenden Zollbefugnisse nicht ausdrücklich genehmigt, was verfassungsrechtliche Fragen darüber aufwirft, ob der Kongress diese Befugnisse an den Präsidenten delegiert.
Der Preis von Trumps Handelskrieg:
Trump hat die Einfuhrzölle seit seinem Amtsantritt drastisch erhöht und den durchschnittlichen US-Zollsatz von 2,5 % im Januar 2017 auf 17,9 % erhöht – den höchsten Wert seit der Weltwirtschaftskrise. Diese Zölle hatten spürbare negative Auswirkungen:
- Höhere Preise für Verbraucher: Zölle erhöhen direkt die Preise für importierte Waren, was die Kosten für Alltagsgegenstände in die Höhe treibt und die Kaufkraft verringert.
- Langsameres Wirtschaftswachstum: Durch die Verteuerung von Importen erhöhen Trumps Zölle die Produktionskosten für amerikanische Unternehmen und dämpfen Investitionen und Wirtschaftswachstum.
Eine aktuelle Analyse des Yale Budget Lab geht davon aus, dass diese Zölle das US-BIP-Wachstum in den Jahren 2025 und 2026 um 0,5 Prozentpunkte verringern könnten, was letztendlich zu einem Rückgang der Wirtschaft um insgesamt 105 Milliarden US-Dollar pro Jahr führen würde. Sie prognostizieren außerdem, dass die Zölle die Preise kurzfristig um 1,3 % erhöhen werden, was den durchschnittlichen Haushalt effektiv 1.800 US-Dollar pro Jahr kosten wird.
- Erhöhte Arbeitslosigkeit: Reduzierte Investitionen und Konsum aufgrund höherer Preise tragen zum Verlust von Arbeitsplätzen bei. Das Budget Lab prognostiziert einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 0,7 Prozentpunkte bis Ende 2026.
Die potenzielle Erleichterung:
Wenn der Oberste Gerichtshof Trumps Zölle auf der Grundlage des IEEPA streicht, würden die meisten dieser wirtschaftlichen Schäden rückgängig gemacht:
- Niedrigere Preise und höhere Kaufkraft: Die Preise für eine breite Palette von Gütern würden für die Haushalte sinken, was zu einem durchschnittlichen Einkommenszuwachs von über 1.000 US-Dollar pro Jahr führen würde.
- Schnelleres Wirtschaftswachstum: Die Beseitigung der Belastung für Unternehmen würde Investitionen und Produktion ankurbeln und zu einem stärkeren Wirtschaftswachstum führen.
- Reduzierte Arbeitslosigkeit: Unternehmen, die von höheren Inputkosten entlastet werden, würden mit größerer Wahrscheinlichkeit neue Mitarbeiter einstellen.
Der Haken: Trumps mögliche Problemumgehungen:
Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen Trumps Einsatz von IEEPA würde zwar die Zölle erheblich senken, sie jedoch nicht vollständig abschaffen. Er könnte andere rechtliche Wege nutzen, um Zölle wieder einzuführen:
- Unfaire Handelspraktiken: Das Handelsgesetz von 1974 erlaubt die Erhebung von Zöllen auf Länder, von denen angenommen wird, dass sie unfaire Handelspraktiken anwenden. Dieses Gesetz wurde bereits gegen China eingesetzt.
- Handelsdefizit: Das gleiche Gesetz erlaubt es dem Präsidenten, als Reaktion auf ein großes Handelsdefizit 150 Tage lang Zölle in Höhe von bis zu 15 % zu erheben.
Diese Wege sind weniger rationalisiert als IEEPA, bieten Trump aber dennoch potenzielle Instrumente, um seinen Handelskrieg wiederzubeleben, wenn auch auf bürokratischere und potenziell anfälligere Weise.
Trumps politisches Kalkül:
Das Weiße Haus könnte angesichts der wachsenden öffentlichen Unzufriedenheit über Inflation und Lebenshaltungskosten unter Druck geraten, seinen Handelskrieg einzuschränken. Die Demokraten haben bei den jüngsten Wahlen Zuwächse erzielt, indem sie die Besorgnis der Wähler über diese Themen ausgenutzt haben. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen Trump könnte einen bequemen Vorwand für die Senkung der Zölle bieten, ohne einen politischen Fehler einzugestehen. Er konnte es aufgrund richterlicher Eingriffe so gestalten, dass es notwendig war, indem er behauptete, ihm seien die Hände gebunden, und gleichzeitig subtile Zugeständnisse machte.
Ob sich dieses kalkulierte politische Manöver als wirksam erweist, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Trumps Zöllen hat enormes wirtschaftliches Gewicht und wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren die Entwicklung der Geldbeutel der amerikanischen Haushalte und der gesamten Wirtschaft prägen.


















































