Die meiste Software, die Sie herunterladen, ist eine Blackbox. Es wird vorkompiliert, von der zugrunde liegenden Logik befreit und hinter einer Paywall versiegelt. Sie können es nicht optimieren. Man sieht nicht, wie es funktioniert. Es läuft einfach.
Open-Source-Software stellt dieses Modell komplett um. Es gibt Ihnen die Schlüssel zum Motor.
Der Unterschied zwischen kompiliertem Code und Quellcode
Wenn Entwickler eine Anwendung schreiben, verwenden sie eine für Menschen lesbare Sprache namens Quellcode. Ein Compiler übersetzt diesen Code dann in Maschinensprache – die binären Nullen und Einsen, die Ihr Computer tatsächlich ausführt. Dieses Endprodukt ist die kompilierte Version.
Bei kommerzieller Software handelt es sich bei dieser Kompilierung um eine Funktion und nicht um einen Fehler. Es verbirgt das geistige Eigentum des Entwicklers. Konkurrenten können die Logik nicht einfach kopieren. Benutzer können Fehler tief im Kernel nicht einfach beheben.
Open-Source-Software umfasst sowohl die kompilierte Version als auch den Quellcode. Das Ziel ist nicht nur Transparenz. Es ist eine Modifikation.
„Dadurch, dass jeder Interessierte den Quellcode ändern kann, wird die Anwendung auf lange Sicht nützlicher und fehlerfreier.“
Was macht eigentlich Open-Source-Software aus?
Nicht jedes kostenlose Programm ist Open Source. Die Branche hat strenge Kriterien. Um das Label zu erhalten, muss Software bestimmte rechtliche und technische Standards erfüllen.
- Kostenlose Verteilung: Die Software kann frei geteilt werden. Es kann sogar Teil eines verkauften Pakets sein.
- Einbindung des Quellcodes: Der Rohcode muss zugänglich sein.
- Änderungsrechte: Jeder kann den Code ändern.
- Weiterverbreitung geänderter Versionen: Sie können Ihre Optimierungen mit anderen teilen.
- Diskriminierungsfreie Lizenz: Die Lizenz kann die Nutzung mit anderer Software nicht einschränken oder andere Programme beeinträchtigen.
Diese Regeln stellen sicher, dass Offenheit nicht nur ein Marketing-Schlagwort ist. Es handelt sich um einen durchsetzbaren Standard.
Linux: Die Open-Source-Erfolgsgeschichte
Das deutlichste Beispiel für dieses Modell in der Praxis ist Linux.
1991 begann Linus Torvalds, Student an der Universität Helsinki, mit der Arbeit an einem neuen Betriebssystem. Er basierte auf Minix, einem Unix-Derivat. Er veröffentlichte Version 0.02 unter der GNU General Public License. Diese Lizenz bildet den rechtlichen Rahmen für Open-Source-Software.
Die Leute haben den Code heruntergeladen. Programmierer haben es geändert. Torvalds erhielt diese Patches im Laufe der nächsten drei Jahre. Er hat sie in die Grundlinie integriert. Linux 1.0 kam 1994 auf den Markt.
Dies war keine Einzelleistung. Es war ein verteiltes Entwicklungsmodell. Der Code wurde verbessert, weil Tausende von Augen darauf gerichtet waren.
Die Supportlücke und das Geschäftsmodell
Hier wird es für den durchschnittlichen Benutzer kompliziert.
Für Open-Source-Software gibt es in der Regel keine Garantie. Kein technischer Support. Wenn es kaputt geht, sind Sie auf sich allein gestellt. Die Lizenz fördert die Anpassung, was eine Standardisierung des Supports nahezu unmöglich macht.
Wer repariert es also?
Red Hat Software hat dieses Problem gelöst. Red Hat wurde 1994 gegründet und verpackte Linux als „Official Red Hat Linux“. Sie besaßen den Code nicht. Sie besaßen den Dienst.
Sie haben eine Garantie hinzugefügt. Sie leisteten technische Unterstützung.
Für Unternehmen ist diese Sicherheit der entscheidende Faktor. Viele Unternehmen kaufen lieber unterstütztes Linux als kostenlose Kopien herunterzuladen. Sie zahlen für die Stabilität, nicht für den Code selbst. Andere Unternehmen folgten diesem Beispiel und packten Linux mit zusätzlichen Tools zum Weiterverkauf.
Jenseits von Linux: Andere Open-Source-Grundnahrungsmittel
Linux ist nicht das einzige Spiel in der Stadt. Mehrere grundlegende Technologien, die das Internet antreiben, basieren auf Open-Source-Prinzipien.
- Mozilla: Die Kern-Engine hinter dem Netscape-Browser.
- Apache: Der Webserver, der einen großen Teil des Internets betreibt.
- PERL: Eine Skriptsprache für die Webentwicklung.
- PNG: Ein Grafikdateiformat, das für eine verlustfreie Komprimierung entwickelt wurde.
Die Nutzung dieser Tools ist kostenlos. Es steht ihnen frei, sie zu ändern. Sie prägen die Art und Weise, wie wir täglich mit dem Web interagieren.
Warum ist Ihnen das wichtig?
Man könnte meinen, dass Open Source nur Entwickler betrifft. Das ist nicht der Fall.
Wenn Sie ein Linux-basiertes Gerät verwenden. Wenn Sie eine auf Apache gehostete Website besuchen. Wenn Sie einen auf Gecko basierenden Browser verwenden. Sie verwenden Software, die Sie theoretisch prüfen könnten. Sie verwenden Software, die nicht von einem einzelnen Unternehmen gesperrt werden könnte.
Die Eintrittsbarriere ist höher. Sie müssen wissen, wie man es installiert. Sie müssen wissen, wo Sie Unterstützung finden. Aber der Kompromiss ist die Kontrolle.
Das Internet läuft auf diesen Protokollen. Die Zukunft der Software hängt davon ab, ob wir die Türen offen halten.






























