Datenschutzorientierte KI: Confer bietet eine Alternative zu datensammelnden Chatbots

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Die zunehmende Beliebtheit von KI-Chatbots wie ChatGPT und Claude wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes auf. Im Gegensatz zu herkömmlichen Diensten, bei denen die Datenerfassung zur Routine gehört, haben diese leistungsstarken Tools Zugriff auf sehr persönliche Gespräche. Da Unternehmen wie OpenAI die Integration von Werbung testen, besteht ein reales Risiko, dass Benutzerdaten gewinnbringend ausgenutzt werden.

Ein neues Projekt unter der Leitung von Moxie Marlinspike – Mitbegründer der verschlüsselten Messaging-App Signal – will dies jedoch ändern. Confer ist ein KI-Chatbot, dessen Kernprinzip der Datenschutz ist. Im Gegensatz zu Mitbewerbern ist Confer darauf ausgelegt, die Speicherung von Daten zu vermeiden und sicherzustellen, dass Ihre Gespräche privat bleiben. Der Dienst nutzt Open-Source-Methoden, ähnlich wie Signal, um Vertrauen und Transparenz aufzubauen.

Marlinspike erklärt das Problem unverblümt: * „Es handelt sich um eine Technologieform, die aktiv zum Geständnis einlädt. Chat-Schnittstellen wie ChatGPT wissen mehr über Menschen als jede andere Technologie zuvor. Wenn Sie das mit Werbung kombinieren, ist es, als würde jemand Ihren Therapeuten bezahlen, um Sie davon zu überzeugen, etwas zu kaufen.“* Dies unterstreicht die einzigartige Intimität von KI-Chatbots und das Potenzial für Missbrauch.

Wie Confer Ihre Privatsphäre schützt

Confer verwendet ein mehrschichtiges Sicherheitssystem, um sicherzustellen, dass Benutzerdaten privat bleiben. Zu den Hauptmerkmalen gehören:

  • End-to-End-Verschlüsselung: Nachrichten werden mit dem WebAuthn-Passkey-System verschlüsselt, was das Abfangen erschwert.
  • Trusted Execution Environment (TEE): Die gesamte KI-Verarbeitung erfolgt innerhalb einer sicheren TEE und verhindert so den serverseitigen Zugriff auf Ihre Konversationen. Durch die Fernbescheinigung wird die Integrität des Systems überprüft.
  • Open-Weight-Modelle: Confer nutzt Open-Source-KI-Modelle und minimiert so die Abhängigkeit von proprietären Algorithmen.

Dieses Setup ist weitaus komplexer als eine typische KI-Infrastruktur, hält aber, was es verspricht: Sie können vertrauliche Gespräche führen, ohne befürchten zu müssen, dass Ihre Daten verloren gehen oder ausgenutzt werden.

Preise und Verfügbarkeit

Confer bietet ein kostenloses Kontingent an, das auf 20 Nachrichten pro Tag und fünf aktive Chats begrenzt ist. Für unbegrenzten Zugriff, erweiterte Modelle und Personalisierung können Benutzer ein Abonnement für 35 US-Dollar pro Monat abschließen. Dies ist deutlich teurer als ChatGPT Plus, aber Datenschutz hat seinen Preis.

Confer stellt einen entscheidenden Wandel in der KI-Landschaft dar. Durch die Priorisierung der Privatsphäre der Benutzer von Anfang an wird ein neuer Standard für die Entwicklung persönlicher KI-Assistenten gesetzt. Ob sich dieser Ansatz durchsetzen wird, bleibt abzuwarten, der Bedarf an datensicheren Alternativen ist jedoch unbestreitbar.