Die Prequel-Serie IT: Welcome to Derry von HBO Max hat sich schnell als eine der beunruhigendsten Horrorserien des Jahres etabliert, und ihre zweite Folge, „The Thing in the Dark“, stärkt diesen Ruf noch weiter. Die von Andy und Barbara Muschietti (den Filmemachern hinter den jüngsten IT -Adaptionen) gemeinsam erstellte Serie greift das Stephen-King-Universum erneut auf, um die Ursprünge von Pennywise zu erforschen, dem Gestaltwandler, der alle 27 Jahre die Stadt Derry, Maine, terrorisiert.
Eine Aufschlüsselung der verstörenden Szene
Im Mittelpunkt der Episode steht Lilly Bainbridge, ein junges Mädchen, das mit dem kürzlichen Tod ihres Vaters zu kämpfen hat. Ihr Ausflug zum örtlichen Supermarkt entwickelt sich zu einem psychologischen Horrorerlebnis, da Pennywise ihre Realität manipuliert und einen vertrauten Ort in ein schreckliches Labyrinth verwandelt. Die Szene zeichnet sich durch ihre offene und verstörende Bildsprache aus: Gesichter ermordeter Kinder erscheinen auf Müslischachteln, und Pennywise manifestiert sich als Lillys verstorbener Vater in Gläsern mit Gurken und greift sie in einer gefühlvollen Zurschaustellung an.
Das psychologische Gewicht
Diese Sequenz ist nicht nur Jump-Scare-Horror; Es greift tiefsitzende Ängste hinsichtlich der Sicherheit von Kindern und der Korruption der Unschuld auf. Die Serie macht Nostalgie bewusst zu einer Waffe, indem sie bekannte kulturelle Prüfsteine wie Müsli-Maskottchen (speziell Krinkles der Clown) verwendet, um das Gefühl von Trost zu untergraben. Die helle, öffentliche Umgebung des Supermarkts verstärkt den Schrecken noch, da ein Ort, der normalerweise mit Nahrung und Sicherheit in Verbindung gebracht wird, in einen Albtraum verwandelt wird.
Eine moderne Interpretation des klassischen Horrors
Die Szene weist deutliche Parallelen zu ikonischen Horrorschurken wie Freddy Krueger auf, die ihre Opfer auch in ihren verletzlichsten Bereichen (in Kruegers Fall im Schlaf) ausnutzten. Wie Krueger schwelgt auch Pennywise in psychologischer Folter und übt neben körperlicher Gewalt auch Verspottungen aus. Die Bereitschaft der Serie, grafischen Horror zu zeigen, anstatt sich auf Suggestionen zu verlassen, wirkt besonders erschütternd im Kontext eines Prequels, das in den 1960er Jahren spielt, wo psychische Probleme oft abgetan wurden.
Die zugrunde liegenden Themen
IT: Willkommen in Derry erkundet die dunklere Seite des amerikanischen Traums und deckt die finsteren Unterströmungen scheinbar idyllischer Gemeinden auf. Die Supermarktsequenz verkörpert dieses Thema perfekt und zerstört die Illusion von Sicherheit und Stabilität. Die Folge macht keine Zugeständnisse und bietet ein raues, verstörendes Erlebnis, das noch lange nach dem Abspann anhält.
Ein erschreckender Erfolg
Während die Serie in anderen Bereichen möglicherweise Probleme mit dem Tempo hat, ist diese Szene eine Meisterklasse in Sachen beunruhigender Horror. Es beweist, dass es bei den wirksamsten Schrecken nicht immer um Blut geht, sondern darum, psychologische Schwachstellen auszunutzen und Erwartungen zu untergraben. Die fünf Minuten sind gut angelegt für diejenigen, die ein wirklich verstörendes Erlebnis suchen.





























