Sie haben ein Foto auf Flickr gepostet. Sie haben sich über LinkedIn mit einem Personalvermittler verbunden. Sie haben Ihren Facebook-Status aktualisiert. Wenn Sie eines davon getan haben, haben Sie sich bereits im komplexen Ökosystem der sozialen Netzwerke zurechtgefunden. Aber lassen wir die Schlagworte hinter uns. Was zeichnet diese Plattformen eigentlich aus? Warum bleiben sie bestehen, während andere verschwinden? Und wie sind wir von Einwahl-Bulletinboards zu den algorithmischen Feeds gekommen, durch die wir heute scrollen?
Die Grenze zwischen einer „Social-Networking-Site“ und einer anderen Website ist fließender, als Marketingteams zugeben möchten. Klar, Internet-Foren fördern Gemeinschaften. Aber ihnen fehlt normalerweise die starre „Freundeslisten“-Struktur, die echte soziale Netzwerke ausmacht. Nehmen Sie zum Beispiel Last.fm. Seine Hauptfunktion besteht darin, Musikgewohnheiten zu verfolgen und Audio zu streamen. Da es Ihnen jedoch ermöglicht, Geschmäcker zu vergleichen, ein Profil zu erstellen und mit anderen Benutzern zu verlinken, fungiert es als soziales Netzwerk. Die Kategorie ist fließend.
Die zwei nicht verhandelbaren Regeln
Um zu verstehen, welche Plattformen als Social-Networking-Sites gelten, müssen Sie sich die zugrunde liegenden Mechanismen ansehen, nicht nur die Benutzeroberfläche. Laut Industriestandards benötigt eine Website zwei bestimmte Dinge, um das Label zu erhalten.
Erstens müssen Benutzer in der Lage sein, persönliche Profilseiten zu erstellen. Dies ist das digitale Schaufenster, in dem Sie Informationen über sich selbst teilen. Es kann so spärlich oder so detailliert sein, wie Sie möchten.
Zweitens muss es einen Mechanismus geben, um Benutzer miteinander zu verbinden. Sie benötigen die Möglichkeit, eine Liste mit „Freunden“ oder „Kontakten“ zu erstellen. Diese Verbindungen ermöglichen die Sichtbarkeit des Profils und den Informationsaustausch zwischen Knoten im Netzwerk.
Alles andere – Fotogalerien, Veröffentlichung von Lebensläufen, Musik-Uploads – ist nur Geschmackssache. Die Kernstruktur ist das Profil plus die Verbindung. Unternehmensnetzwerkseiten wie LinkedIn fügen Verweise auf diese Datenbank hinzu. Fotoseiten wie Flickr fügen Galerien hinzu. Musik-Apps fügen Streaming-Bibliotheken hinzu. Aber ohne diese bidirektionale Verbindung ist es nur ein Verzeichnis und kein Netzwerk.
Eine kurze Geschichte der Verbindung
Das Konzept der Online-Community gibt es schon vor dem World Wide Web. Lange bevor es Facebook gab, nutzten Menschen Einwahl-Bulletin-Board-Systeme (BBS) wie The Well, um mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. Diesen frühen Systemen fehlte der Glanz moderner Websites, aber sie hatten dasselbe grundlegende Ziel: Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenzubringen.
Als das Internet Ende der 90er Jahre zum Mainstream wurde, entstanden die ersten erkennbaren sozialen Netzwerke. Sie konzentrierten sich auf die Wiederverbindung. Wie waren Sie mit allen anderen verbunden? Friendster wurde 2002 ins Leben gerufen und war das erste „große“ soziale Netzwerk. Es machte das Teilen von Fotos und die „Freunde von Freunden“-Grafik populär. Es war schnell, es war riesig und dann verschwand es aus den Top 20 der USA.
MySpace erstand aus der Asche, gefolgt von Facebook. Mittlerweile haben sich Nischenplattformen wie Bebo, Hi5 und Orkut ihre eigenen Territorien erschlossen. Wenn Sie sich für Bücher oder Videospiele interessieren oder speziell Leute aus Dänemark treffen möchten, gibt es eine Website für Sie. Die Zersplitterung war total.
Warum steigen und fallen Netzwerke?
Es ist unmöglich, die nächste virale Plattform vorherzusagen. Jeder, der behauptet, er könne Ihnen genau sagen, warum eine Website boomt oder pleite geht, lügt. Die Popularität hängt von einer chaotischen Mischung aus Funktionen, Demografie und purem Glück ab. Einige Netzwerke neigen dazu, jünger zu sein. Andere dominieren in Regionen außerhalb der USA.
Manchmal verblasst eine Website, weil ein Konkurrent bessere Tools anbietet. Aber oft geht es um die Benutzer. Konkret geht es darum, wer zuerst geht.
Wenn ein beliebter Benutzer oder eine Gruppe von Benutzern auf eine neue Plattform migriert, bringt er sein gesamtes Netzwerk mit. Der Niedergang von Friendster in den USA ist ein perfektes Fallbeispiel. Während es im Inland an Boden verlor, erfreute es sich auf den Philippinen immer größerer Beliebtheit. Warum? Ein US-amerikanischer Benutzer an der Westküste mit engen Verbindungen zu den Philippinen wechselte. Da jeder Freund seine eigenen Freunde hat, war der Welleneffekt enorm. Das Netzwerk ist nicht gestorben; es ist gerade umgezogen.
Dies verdeutlicht, warum es beim Verständnis der Funktionsweise von Social-Networking-Sites weniger um den Code als vielmehr um menschliches Verhalten geht. Die Technologie ist nur der Behälter. Der Inhalt ist der Verkehr. Und der Verkehr fließt dorthin, wo die Menschen sind, nicht unbedingt dort, wo die Funktionen am besten sind.
Die Geschichte dieser Seiten wird noch geschrieben. Neue Anwendungen erweitern täglich die Möglichkeiten und fügen Interaktionsebenen hinzu, die es schwieriger machen, die Verbindung zu trennen. Wir bauen tiefere Netze auf, ob wir wollen oder nicht. Die Frage ist nicht wirklich, ob diese Netzwerke Bestand haben werden. Es geht darum, ob wir jemals lernen werden, sie zu verlassen.




























