„Just a Dash“: Die Food-Show, die unglaublich aus den Fugen geraten ist

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Die Welt der Kochshows ist oft vorhersehbar, von Reise- und kulinarischen Erkundungen bis hin zu Wettbewerben mit hohen Einsätzen. Aber „Just a Dash“ von Netflix ist eine erfrischende Abwechslung: eine chaotische, absurde und seltsam fesselnde Serie, die sich wie ein Fiebertraum-Spin-off von „The Bear“ anfühlt.

Vom YouTube-Gonzo zum Emmy-prämierten Chaos

Moderator Matty Matheson erlangte erstmals 2019 mit dem Original „Just a Dash“ auf YouTube Bekanntheit. Vor seiner Durchbruchrolle in „The Bear“ war er bereits als kompromissloser Koch bekannt, der mit dem Instinkt „Alles hineinwerfen und sehen, was passiert“ an das Kochen heranging. Die Show fand in Mathesons winziger Küche statt, mit seiner instinktiven, aber dennoch fachmännisch unterstützten Methode.

Als „The Bear“ startete, wurde die Show unterbrochen. Jetzt ist es zurück mit größerem Budget und einem radikal weiterentwickelten Konzept: eine kulinarische Roadshow, die die Grenze zwischen Kochshow und avantgardistischer Performance-Kunst verwischt.

Eine absichtlich chaotische Formel

Jede Episode ist ungefähr 15 Minuten lang, aber das Tempo fühlt sich unerbittlich an. Matheson kocht oft in den unlogischsten und gefährlichsten Szenarien, die man sich vorstellen kann. In einer Episode streitet er mit seiner Frau Trish, bevor er einen riesigen Frühstücks-Burrito durch ein offenes Fenster filmt, weil sie sich weigert, die Crew hereinzulassen. In einem anderen Fall kocht er Steak und Garnelen im Ofen eines fahrenden Wohnmobils – ein Trick, den niemand versuchen sollte.

Die Show lebt von ihrer eigenen kontrollierten Dysfunktion. Mathesons Co-Star Ricky Staffieri („Theodore“ aus „Der Bär“) tritt häufig auf und verstärkt die komödiantische Dynamik, die sich in ihren gemeinsamen Küchenszenen entwickelt hat. Die Serie führt auch eine spielerische Spannung zwischen Matheson und der Produzentin Michelle Rabin ein und untermauert das Chaos mit einem überraschend emotionalen Verlauf.

Warum das wichtig ist

Bei „Just a Dash“ geht es nicht darum, Rezepte zu lernen. Es geht darum, jemandem dabei zuzusehen, wie er bewusst die Grenzen einer Kochshow überschreitet. Die Serie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich selbst nicht ernst nimmt, aber dennoch von Menschen gemacht wird, denen ihr Handwerk und einander wirklich am Herzen liegen. Die Show erfüllt den Hunger nach Authentizität in einer Welt voller ausgefeilter, überproduzierter Inhalte.

„Just a Dash“ ist keine Show, die Ihnen unbedingt beibringt, wie man ein Rezept zubereitet … es sei denn, Sie möchten wirklich versuchen, eine Kochplatte an das Tablett vor Ihnen in einem Flugzeug anzuschließen.

Die Serie beweist, dass Food-Medien nicht anspruchsvoll oder lehrreich sein müssen, um fesselnd zu sein. Manchmal braucht es nur einen Koch, der bereit ist, zur Unterhaltung seine Küche (und vielleicht ein fahrendes Fahrzeug) in Brand zu setzen.

In einer Streaming-Landschaft, die von formelhaften Inhalten dominiert wird, ist „Just a Dash“ eine willkommene Portion organisierter Absurdität. Die Show ist eine Erinnerung daran, dass selbst die banalsten Aktivitäten mit der richtigen Einstellung in etwas Komisches und Unvorhersehbares verwandelt werden können.