Der Transparenzvorstoß der NSO Group stößt auf Skepsis, da sich der Eintritt in den US-Markt abzeichnet

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Der umstrittene Spyware-Hersteller NSO Group hat einen neuen Transparenzbericht veröffentlicht, in dem er auf eine angebliche Verlagerung hin zur Rechenschaftspflicht beim Wiedereintritt in den US-Markt wirbt. Experten und Befürworter digitaler Rechte lehnen den Bericht jedoch als oberflächlichen Versuch ab, Einfluss auf die US-Regierung zu nehmen und die unter der Biden-Regierung verhängten Beschränkungen aufzuheben.

Eine Kampagne zur Entfernung von der Entitätsliste

Die NSO Group hat sich dafür eingesetzt, von der Entity List des US-Handelsministeriums gestrichen zu werden, was das Unternehmen effektiv daran hindert, Geschäfte mit amerikanischen Firmen zu tätigen. Die jüngste Umstrukturierung des Unternehmens, einschließlich der Ernennung des ehemaligen Trump-Beamten David Friedman zum Vorstandsvorsitzenden und des Abgangs wichtiger Gründer, wird als Teil dieser Bemühungen angesehen. Die neue Führung und der Transparenzbericht sollen eine Verhaltensänderung signalisieren.

Dem Transparenzbericht fehlt es an Substanz

Der Transparenzbericht 2025 gibt vage Zusicherungen zur Achtung der Menschenrechte, es fehlen jedoch die konkreten Details früherer Offenlegungen. Im Gegensatz zu früheren Berichten wird darin nicht angegeben, wie viele potenzielle Kunden aufgrund von Menschenrechtsverletzungen abgelehnt, untersucht oder gekündigt wurden. Dieses Versäumnis wirft Fragen hinsichtlich der Verpflichtung des Unternehmens zur Rechenschaftspflicht auf.

„NSO führt eindeutig eine Kampagne, um von der U.S. Entity List gestrichen zu werden … Dies ist nichts anderes als ein weiterer Versuch der Augenwischerei, und die US-Regierung sollte nicht für dumm gehalten werden“, sagt Natalia Krapiva, Senior Tech-Legal Counsel bei Access Now.

Frühere Transparenzberichte zeigten mehr Details

Frühere Berichte zeigten, dass NSO in den vergangenen Jahren aufgrund von Missbrauch Kunden gekündigt oder gesperrt hatte, was zu Umsatzeinbußen in Millionenhöhe führte. Beispielsweise wurden im Bericht von 2024 drei Untersuchungen detailliert beschrieben, bei denen ein Kunde vollständig ausgeschlossen wurde und ein anderer einer Menschenrechtsschulung und -überwachung unterzogen wurde. Der Bericht von 2023 hob die Sperrung von sechs Kunden hervor, was dem Unternehmen einen Umsatz von 57 Millionen US-Dollar kostete. Im aktuellen Bericht werden diese Zahlen gänzlich weggelassen.

Warum das wichtig ist

Die Spyware der NSO Group, Pegasus, wird von Regierungen weltweit eingesetzt, um Journalisten, Aktivisten und politische Dissidenten ins Visier zu nehmen. Aufgrund der mangelnden Transparenz können Missbräuche ungehindert weitergehen. Der Vorstoß des Unternehmens, in den US-Markt einzutreten, gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich eines möglichen Missbrauchs seiner Technologie durch inländische Strafverfolgungs- und Geheimdienste. Die Entscheidung der US-Regierung über den Status der NSO als Entity List wird weitreichende Auswirkungen auf die weltweiten Überwachungspraktiken haben.

Das Fehlen überprüfbarer Daten im jüngsten Bericht und die Geschichte des Unternehmens mit leeren Versprechungen lassen darauf schließen, dass es sich bei NSOs Transparenzbemühungen in erster Linie um eine PR-Strategie handelt, die darauf abzielt, Kontrollen zu umgehen, und nicht um echte Reformen.

Wenn NSO auf lange Sicht wieder in den US-Markt einsteigt, wird dies einen gefährlichen Präzedenzfall für andere Spyware-Unternehmen schaffen und möglicherweise den Verkauf aufdringlicher Überwachungstools ohne große Aufsicht normalisieren.