Die meisten Hörer können den Unterschied zwischen Musik, die von Menschen geschaffen wurde, und Musik, die durch künstliche Intelligenz erzeugt wurde, nicht mehr zuverlässig erkennen. Eine kürzlich durchgeführte weltweite Umfrage zeigt ein weit verbreitetes Unbehagen darüber, dass KI-Musik Streaming-Plattformen überschwemmt, wobei fast alle Befragten in blinden Hörtests nicht in der Lage sind, KI-generierte Songs zu identifizieren.
Die verschwimmenden Linien
Die von Deezer und Ipsos mit 9.000 Erwachsenen in acht Ländern durchgeführte Studie ergab, dass 97 % der Teilnehmer nicht zwischen von Menschen komponierter Musik und von KI erstellten Titeln unterscheiden konnten. Diese Unfähigkeit zur Unterscheidung unterstreicht den schnellen Fortschritt der KI in der Musikproduktion. Über 70 % der Befragten waren von ihrem eigenen Scheitern überrascht, während mehr als die Hälfte (52 %) Unbehagen über die Ununterscheidbarkeit äußerte.
Stimmung des Zuhörers: Neugier und Vorsicht
Trotz weit verbreiteter Skepsis zeigte ein erheblicher Teil der Befragten (ungefähr zwei Drittel) Neugier und Bereitschaft, mindestens einmal KI-generierte Musik auszuprobieren. Allerdings ist eine überwältigende Mehrheit (80 %) der Meinung, dass KI-produzierte Tracks klar als solche gekennzeichnet werden sollten, was auf eine Forderung nach Transparenz schließen lässt.
Weitere Umfrageergebnisse zeigen einen gemischten Ausblick:
- 46 % glauben, dass KI das Entdecken von Musik verbessern wird.
- 51 % befürchten, dass KI die Musikqualität beeinträchtigen wird.
- 45 % würden KI-Musik aktiv aus ihren Streaming-Diensten herausfiltern.
- 70 % befürchten, dass KI die Lebensgrundlage von Musikern bedroht.
Der Aufstieg der KI in der Musikproduktion
Diese zunehmende Ununterscheidbarkeit entsteht, da die Musikindustrie zunehmend auf KI setzt. Streaming-Giganten wie Spotify haben sich mit großen Labels zusammengetan, um KI-Musikprodukte zu entwickeln, während Deezer selbst täglich etwa 50.000 KI-generierte Titel erhält. Dieser Zustrom hat bereits dazu geführt, dass KI-gestützte Acts wie Breaking Rust auf den Country-Listen von Billboard landen.
Branchenanliegen und -lösungen
Die Debatte geht über Hörer und Künstler hinaus. Auch Hersteller von Musikinstrumenten wie Roland beteiligen sich. Paul McCabe, Senior VP of Research & Innovation bei Roland, argumentiert, dass KI die menschliche Kreativität erweitern sollte, nicht ersetzen. Das Unternehmen unterstützt die transparente Kennzeichnung von KI-Musik und arbeitet an Technologien zur Überprüfung der Musikherkunft.
„Hörer sollten gewarnt werden, wenn sie KI-generiertes Material in ihrer Musik hören … Wir arbeiten an Lösungen, um die Herkunft und den Besitz von Musik zu bestätigen.“
Die Unfähigkeit, zwischen KI und von Menschen gemachter Musik zu unterscheiden, signalisiert einen tiefgreifenden Wandel in der Branche. Die Zukunft wird wahrscheinlich davon abhängen, wie transparent KI-Musik gekennzeichnet wird und wie gut die Branche den Wert menschlicher Kreativität schützt.






























