Honor Magic 8 Pro: Ein Flaggschiff, das zu kurz kommt

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Das Honor Magic 8 Pro ist ein mutiger Versuch eines Premium-Android-Handys, enttäuscht aber letztendlich. Obwohl es über modernste Spezifikationen wie den Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5-Prozessor und ein helles, lebendiges Display verfügt, untergräbt die übereifrige Kameraverarbeitung ein ansonsten leistungsfähiges Gerät. Während erste Tests bei frühen Exemplaren violette Ränder zeigten – ein Problem, das mittlerweile in Einzelhandelsgeschäften behoben ist – bleibt das Kernproblem bestehen: Die Software von Honor verändert Bilder aggressiv und führt zu unnatürlichen Ergebnissen, die den Preis des Telefons von 1.099 £ (ca. 1.480 $) nicht rechtfertigen.

Kameraleistung: Eine Software-Katastrophe

Die Kamera-Hardware des Magic 8 Pro ist solide – ein 50-Megapixel-Hauptsensor, ein 50-Megapixel-Ultraweitwinkelsensor und ein 200-Megapixel-Teleobjektiv mit 3,7-fachem optischen Zoom. Allerdings macht die Bildverarbeitung von Honor das Potenzial zunichte. Fotos leiden ständig unter starker Schärfung, unnatürlicher Aufhellung der Schatten und digitalen Artefakten. Selbst bei scheinbar guten Aufnahmen umgibt ein verschwommener Lichthof die Motive, während bei übermäßiger Rauschunterdrückung oft Details verloren gehen.

Vergleiche mit Konkurrenten wie dem iPhone 16 Pro und dem iPhone 17 Pro verdeutlichen das Problem. Die Bilder von Apple behalten natürlichere Töne und Details bei, während die Verarbeitung von Honor aggressiv künstlich wirkt. Bei Aufnahmen im DNG-Rohformat zeigt sich, dass die Hardware hervorragende Bilder erzeugen kann, die Standardeinstellungen des Telefons jedoch durchweg unterdurchschnittliche Ergebnisse liefern. Besonders stark leidet der Nachtmodus mit übersättigten Farben und unnatürlicher Glättung.

Leistung und Funktionen: Eine bunte Mischung

Über die Kamera hinaus zeichnet sich das Magic 8 Pro durch seine rohe Leistung aus. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 liefert Benchmark-Ergebnisse, die mit den Top-Flaggschiffen mithalten können, sodass sich anspruchsvolle Spiele und alltägliche Aufgaben mühelos reibungslos anfühlen. Das 6,71-Zoll-Display ist hell und reaktionsschnell und verfügt über eine variable Bildwiederholfrequenz, die sich dynamisch anpasst, um den Akku zu schonen.

Auf dem Telefon läuft Android 16 mit der Magic OS 10-Schnittstelle von Honor, die KI-gestützte Tools wie Bildhochskalierung, Objektentfernung und generative KI-Funktionen umfasst. Auch wenn einige Ergänzungen nur Spielereien sind (ein Cartoon-Filter, der bizarre Ergebnisse liefert), ist das Gesamterlebnis angenehm. Honor verspricht sieben Jahre Software-Support, ein erheblicher Vorteil in Bezug auf die Langlebigkeit.

Akku und Aufladung: Bestenfalls durchschnittlich

Das Magic 8 Pro verfügt über einen 6.270-mAh-Akku, allerdings ist die Akkulaufzeit nur durchschnittlich, vergleichbar mit dem Galaxy S25 oder Google Pixel 10. Bei der Ausdauer bleibt es hinter dem iPhone 17 Pro Max und dem OnePlus 15 zurück. Das Telefon unterstützt kabelgebundenes Laden mit 100 W und kabelloses Laden mit 80 W (mit einem proprietären Ladegerät), es fehlt jedoch die Qi2.2-Kompatibilität.

Urteil: Schwer zu empfehlen

Das Honor Magic 8 Pro ist ein frustrierendes Gerät. Die Hardware ist leistungsfähig, aber die übereifrige Software von Honor ruiniert das Kameraerlebnis. Wenn Sie bereit sind, ausschließlich im Rohformat zu fotografieren und Ihre Fotos manuell zu bearbeiten, ist dies möglicherweise passabel. Allerdings gibt es angesichts des hohen Preises bessere Alternativen. Das Oppo Find X9 Pro bietet eine überragende Kameraleistung, während das OnePlus 15 sich durch die Akkulaufzeit auszeichnet.

Letztendlich ist das Magic 8 Pro eine Erinnerung daran, dass leistungsstarke Hardware allein nicht ausreicht. Softwareoptimierung ist von entscheidender Bedeutung, und in diesem Fall ist es Honor nicht gelungen, ein Flaggschiff-würdiges Erlebnis zu bieten.