OpenAI, der Erfinder von ChatGPT, hat „Your Year with ChatGPT“ eingeführt – eine personalisierte Überprüfung der Benutzerinteraktionen mit dem KI-Chatbot, die das beliebte Jahresrückblicksformat widerspiegelt, das von Spotify Wrapped und YouTube Recap entwickelt wurde. Die Funktion, die derzeit in den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland verfügbar ist, analysiert Benutzeranfragen, um dominante Themen zu identifizieren und Archetypen basierend auf Nutzungsmustern zuzuordnen.
Wie es funktioniert
Um auf die Rezension zugreifen zu können, müssen Benutzer in ihren Einstellungen die Optionen „Referenz gespeicherter Erinnerungen“ und „Referenz-Chatverlauf“ aktiviert haben. Um die Funktion auszulösen, ist außerdem ein Mindestmaß an Interaktion mit ChatGPT erforderlich, ausgenommen sind Team-, Enterprise- und Education-Konten. Die Bewertung präsentiert Erkenntnisse über eine pastellfarbene Benutzeroberfläche, vergibt Benutzerabzeichen und bewertet sie im Vergleich zu anderen ChatGPT-Benutzern.
Beispielsweise erhielt ein Benutzer die Auszeichnung „Erfinder“ und wurde als „Navigator“ kategorisiert, ein Typ, der 22,9 % der Benutzer ausmacht. Dieser Archetyp deutet auf eine Neigung zu einer eingehenden Untersuchung der Funktionalität des Chatbots und Vergleichen mit Konkurrenten wie Claude und Gemini hin. Die Überprüfung generiert außerdem ein KI-Bild, das die Hauptinteressen des Benutzers basierend auf seinen Interaktionen darstellt.
Der Trend der Jahresrückblicke
Der Schritt von ChatGPT folgt einem etablierten Technologietrend, bei dem Plattformen wie Spotify, YouTube, Google, Apple Music, PlayStation und Steam Benutzerdaten nutzen, um gemeinsam nutzbare Jahresendzusammenfassungen zu erstellen. Insbesondere Spotify Wrapped ist zu einem kulturellen Phänomen geworden und hat unzählige Nutzer dazu veranlasst, ihre Hörgewohnheiten in den sozialen Medien zu verbreiten. Diese Rückblicke nutzen die menschliche Tendenz, persönliche Daten zu reflektieren und weiterzugeben.
OpenAIs Jahresrückblick
Der Start von „Your Year with ChatGPT“ fällt mit einem bedeutenden Jahr für OpenAI zusammen. Das Unternehmen veröffentlichte GPT-5, schloss große Infrastrukturverträge mit Oracle, Nvidia und AMD ab und wandelte sich von einer gemeinnützigen Struktur zu einem privat geführten Unternehmen. Diese Verschiebung bereitet OpenAI auf einen möglichen Börsengang vor, stellt es aber auch zunehmend unter die Lupe von Anlegern, die sich Sorgen über einen Cash-Burn und eine mögliche KI-Blase machen.
Wettbewerbs- und Rechtsfragen
OpenAI sieht sich wachsender Konkurrenz durch Googles Gemini 3 und andere KI-Entwickler ausgesetzt. Gleichzeitig ist das Unternehmen in eine von Ziff Davis, der Muttergesellschaft von CNET, eingereichte Urheberrechtsverletzungsklage verwickelt, in der es um die unbefugte Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material beim Training seiner KI-Systeme geht.
Der Jahresrückblick von OpenAI ist nicht nur eine Neuheit, sondern ein kalkulierter Schritt zur Steigerung des Benutzerengagements und zur Stärkung der Markentreue in einer zunehmend wettbewerbsintensiven KI-Landschaft. Die Funktion nutzt die nachgewiesene Wirksamkeit personalisierter Datenzusammenfassungen, um Benutzer zum Nachdenken und Teilen ihrer Interaktionen mit der Plattform zu ermutigen.






























