Bumble setzt auf KI, um das Wachstum von Dating-Apps wiederzubeleben

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Die Dating-App Bumble bringt „Bee“ auf den Markt, einen neuen KI-Assistenten, der als persönlicher Partnervermittler fungieren soll. Das Unternehmen kündigte das Projekt während seiner Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals an und bezeichnete es als eine Möglichkeit, umfangreichere Benutzerdaten zu erfassen und sich in einem schwindenden Dating-Markt der Generation Z zu differenzieren.

So funktioniert Bee

Bee lernt Benutzerpräferenzen, Werte und Absichten durch private Chats. Das Ziel besteht darin, diese Erkenntnisse zu nutzen, um relevantere Übereinstimmungen vorzuschlagen, die über das standardmäßige Swipe-basierte System hinausgehen. Zunächst wird Bee eine „Datums“-Funktion unterstützen, die Übereinstimmungen basierend auf der von der KI ermittelten Kompatibilität empfiehlt. Längerfristig sieht Bumble vor, dass Bee Terminvorschläge bearbeitet und sogar anonymes Feedback von früheren Kontakten sammelt.

Warum das wichtig ist

Der Schritt von Bumble spiegelt einen umfassenderen Wandel bei Dating-Apps wider, da Unternehmen Schwierigkeiten haben, Benutzer der Generation Z zu halten, die das Wischen satt haben. Das Unternehmen experimentiert damit, die Wischfunktion in einigen Märkten vollständig zu entfernen und sie durch „kapitelbasierte“ Profile zu ersetzen, die ein tieferes Engagement fördern.

„Wir werden dynamischere Möglichkeiten einführen, damit jemand Interesse an Ihrer Geschichte zum Ausdruck bringen kann, und nicht nur an Ihrem Profil“, sagte Whitney Wolfe Herd, CEO von Bumble.

Dabei geht es nicht nur um KI, um der Sache willen. Es geht darum, aussagekräftigere Daten von Benutzern zu extrahieren, die Bumble dann nutzen kann, um seine Matching-Algorithmen zu verfeinern und letztendlich das Wachstum voranzutreiben. Das Unternehmen bereitet sich seit Jahren auf diese Änderung vor und überarbeitet seine Back-End-Infrastruktur, um die KI-Integration zu ermöglichen.

Bumbles Geschichte und neue Richtung

Bumble zeichnete sich zuvor durch Funktionen wie „Frauen-Nachrichten zuerst“, Verbote von Körperbeschämung und unscharfe, explizite Bilder aus. Jetzt setzt das Unternehmen verstärkt auf KI, um dem sinkenden Engagement entgegenzuwirken. Sie erkunden auch Funktionen, die der Vorliebe der Generation Z für geselliges Beisammensein in der Gruppe statt für Einzeldates gerecht werden.

Bumbles Einsatz von KI zur Förderung von Engagement und Wachstum ist ein Wagnis, aber das Unternehmen ist davon überzeugt, dass tiefergehende Daten und dynamischere Interaktionen der Schlüssel zur Wiederbelebung seiner Plattform sind. Das Experiment mit dem Wischen könnte sogar beweisen, dass traditionelle Methoden in der modernen Dating-Landschaft veraltet sind.

Fazit: Bumble setzt stark auf KI, um sein Problem der Benutzereinbindung zu lösen. Der Erfolg von „Bee“ wird darüber entscheiden, ob Bumble weiterhin relevant bleiben kann, während sich die Generation Z von traditionellen Swipe-basierten Dating-Apps entfernt.